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Montag, 8. Dezember 2014

Album des Jahres ... 2015

Der Dezember ist auch für Musikfans die Zeit der Bilanzen. Welches Album war das beste des Jahres, welches Konzert hat am meisten beeindruckt, welcher Künstler neue Meilensteine gesetzt. Während Leute wie ich nun darüber sinnieren, alle guten neuen Alben noch einmal in aller Ruhe mit Kopfhörer genießen, tut sich in der Prog-Gemeinde Ungeheures. Denn in einschlägigen Foren wird bereits das Album des Jahres 2015 gefeiert, noch ehe eine einzige Note die Studiowände verlassen hat.

"Hand. Cannot. Erase" heißt das Wunderwerk, das im Februar veröffentlicht werden soll. Der Interpret: Steven Wilson. Wilson - na klar, wer auch sonst? Sein letztes Werk "The Raven That Refused To Sing" schaffte es als erste Platte des Genres seit gefühlten hundert Jahren wieder in die Top 3 der deutschen Album-Charts. NewArtrock meets Jazz meets Prog meets Was-weiß-ich-noch-alles, und Wilson war im (medialen) Mainstream angekommen. Schon vor einem Jahr überschlugen sich die Kritiker, die dann auch die Konzerte des Porcupine-Tree-Gründers, für die er als Gastmusiker das Who-is-who der Szene gewinnen konnte, über den grünen Klee lobten.

Die Shows der kommenden Tour, die Wilson im April auch nach Deutschland führt, sind bereits restlos ausverkauft. Viel Vorschusslorbeeren also für den 47-Jährigen. Wie schrieb kürzlich ein User in einem der erwähnten Foren? "Ich warte seit Jahren auf ein Durchhängeralbum von ihm, aber es kommt nicht." Dann hoffen wir mal das Beste, denn der nächste Dezember kommt bestimmt ...   

Top 5 (Dezember):
Anathema - distant satellites
... And You Will Know Us By The Trail Of Dead - Worlds Apart
Elbow - The Take Off And Landing Of Everything
Niels Frevert - Paradies der gefälschten Dinge
Threshold - For The Journey

Dienstag, 11. November 2014

Himmel, Erde und ein endloser Fluss

Ganz erstaunlich, wie man sich beeinflussen lässt. Da geht über das im Sommer erschienene neue Album von Yes ein "Shitstorm" nieder. Viele, die es wissen müssen, heißen es langweilig, uninspiriert oder der Band unwürdig. Und ja. Man hört vielleicht hier und da mal in einen Stream hinein. Und da man die Kritik (nicht die unter der Gürtellinie) nachvollziehen kann, spart man sich lieber mal die Euros für die Anschaffung, obwohl man denselben Musikern kurz zuvor noch bei einer ihrer Drei-Alben-Liveshow zugejubelt hat.


So weit so gut.


Und nun Pink Floyd. Schon die pure Ankündigung, David Gilmour und Nick Mason würden unter dem heiligen Namen ein Album herausbringen, das Material der "Division Bell"-Sessions enthalte sowie bisher unveröffentlichte Aufnahmen des 2008 verstorbenen Keyboarders Richard Wright, löste kollektives Stöhnen bei Kritikern und Fans sowie eine "Shit-Welle" übelster Vorahnungen aus, wie schlecht so ein Album nur ausfallen könne. Nun erntete "The Endless River" völlig unerwartet ein positives Echo bei Zeit, Spiegel und Tagesspiegel (um nur einige zu nennen), und es wurde schön still im Land. Denn "The Endless River" ist vielleicht kein "Dark Side" oder "Wish You Were Here", erst recht kein neues "The Wall", aber es ist ein edles Piece of Music, Pink Floyd pur und die Verneigung vor einem großartigen Keyboarder.


Nun soll auch Yes' "Heaven & Earth" seine Chance bekommen. Und nicht erst, wenn das Album für 4,99 Euro verramscht wird.




Top 5 (November):
The Tea Party - The Ocean At The End
Element Of Crime - Lieblingsfarben und Tiere
Niels Frevert - Paradies der gefälschten Dinge
Pendragon - Men Who Climb Mountains
Pink Floyd - The Endless River

Samstag, 14. Juni 2014

Neu: Top 5 des Monats

2013 war, wie ich finde, ein Klasse-Musikjahr im Rock. Zu meiner Jahresliste weiter unten haben sich definitiv inzwischen noch Traumhaus, Nick Cave und Black Sabbath mit ihrem Album "13" hinzugesellt. Und auch 2014 schickt sich an, ein guter Jahrgang zu werden. So richtig viel neue Bands sind zwar noch nicht am Horizont zu erkennen (vielleicht wäre Synaesthesia so ein Tipp). Überraschend dafür, wer so alles aus den Löchern kriecht. Überzeugendes gab es in diesem Jahr schon von RPWL, Archive oder Anubis. Dazu kommen passable Alben von Bigelf, Elbow, Lazuli, Magnum, Mike Oldfield und anderen.


Im "eclipsed", dem Magazin, für das ich u.a. schreibe, geben die Stammredakteure allmonatlich ihre Top-5-Alben bekannt. Weil mich einige darum gebeten haben (und um mir selbst einen besseren Überblick über die inzwischen recht unüberschaubare Menge an Neuveröffentlichungen zu verschaffen), will ich ab sofort an dieser Stelle ebenfalls eine solche Liste einführen, die allerdings nicht nur Neues beinhaltet. Und manchmal kann man anhand dieser Top 5 ja auch erkennen, woran ich gerade - fürs Heft oder fürs Buch - arbeite ... Hier also meine erste Liste.


Top 5 (Mai/Juni):
Anubis - Hitchhiking To Byzantium
Archive - Axiom
Black Sabbath - 13
Mando Diao - Aelita
Uriah Heep - Outsider

Donnerstag, 13. Dezember 2012

Rush ist drin

Die kanadische Formation Rush wird in die Rock'n'Roll Hall Of Fame aufgenommen! Glückwunsch! Hochverdient! Basta!

Freitag, 23. November 2012

Im Cruise Liner zu Yes






"Cruise to the Edge" - unter diesem Motto steht eine Kreuzfahrt der ganz besonderen Art. Mit der MSC Poesia können Progfans vom 25. bis 30. März 2013 ganz luxuriös in See stechen und dabei eine Reihe ihrer Lieblingsbands live erleben: Yes, Steve Hackett, U.K., Carl Palmer's ELP Legacy, Tangerine Dream, Saga, Nektar, Glass Hammer und noch einige mehr sind dabei, wenn der Cruise Liner in Fort Lauderdale/Florida ablegt und zu einer Schleife über die Cayman Islands und Jamaica und wieder zurück nach Florida aufbricht.

Klar: Indie- und Elektro-Fans treffen sich zum gemeinschaftlichen Musikhören am Strand von Barcelona, Metalfans in Roskilde oder Wacken. Und Proggies? Die machen eben eine Kreuzfahrt. Prog war schließlich schon immer etwas Besonderes und nichts fürs gemeine Volk. Und inzwischen sind die Fans der ersten Stunde in einem Alter, in dem sie erstens das nötige Kleingeld haben und zweitens schon mal überlegen, ob sie lieber mit Studiosus-Reisen nach Israel wollen oder doch lieber mal eine Karibik-Kreuzfahrt buchen.

Ein richtig guter Deal also. Die günstigste (Dreier-)Kabine ist auch schon für nur 769 Dollar zu haben - zuzüglich der Flug nach Florida natürlich. Da muss ich ja jetzt nur noch Frau (die keinen Prog mag) und Kind (das grundsätzlich alles schrecklich findet, was der alte Papa so hört) überreden, und schon kann's losgehen ...

Freitag, 16. November 2012

Danke, Kayleigh!

Ich habe sie nie persönlich kennengelernt. Trotzdem hat mich die Nachricht irgendwie traurig gemacht. Marillion posteten auf Facebook: "Sad news via Fish - Kay - who inspired our song Kayleigh - has sadly died. RIP Kay".

"Kayleigh" ist einer dieser Songs, die die Rockfans meiner Generation, und da speziell die Neoprog- und Marillion-Fans, tief berührt und über die Jahre begleitet haben. Oder wie es Bayern 3 ausdrücken würde: Der Song "Kayleigh" gehört zum "Soundtrack unseres Lebens". Irgendwie haben wir diese Frau doch alle ins Herz geschlossen, oder? Also im Namen von uns allen: Danke, Kay, für Deine Inspiration! Do you remember ...?!

Mittwoch, 6. April 2011

Ihr findet keine Insel

Endlich, endlich wieder mal ein Statement und klares Bekenntnis des einstmals und vielleicht ja bald wieder politischsten aller Deutschrocker! Auf seiner aktuellen Tour präsentiert Heinz Rudolf Kunze den Song zum Atomausstieg: "Ihr findet keine Insel". In diesem Sinne: "Abschalten, abschalten, abschalten!"

http://www.youtube.com/watch?v=eWg6Cn20yu4&feature=player_embedded

Ihr findet keine Insel

Es ist ein Deal mit dem Tod
den er jederzeit kündigen kann
und ihr verdient euch schamrot
warum sollt ihr was ändern daran
Die Leute wollen doch Strom
jeder Firlefanz braucht Energie
es tickt in jedem Atom
fast wie ein SOS: Jetzt oder nie

Ihr findet keine Insel
keinen heilen Fleck
ihr findet keine Insel
und der Mars ist zu weit weg
ihr findet keine Insel
wenn alles explodiert
gemeinsam wird zu spät bereut
gemeinsam wird krepiert

Ihr wiegelt ab und vertuscht
unser Himmel stürzt nimmermehr ein
in Deutschland wird nicht gepfuscht
sagt wie arrogant kann man denn sein
Ihr zuckt die Achseln und lügt
euer Aufsichtsrat zwingt euch dazu
bis euch der Sachzwang verbiegt
jede Menschlichkeit ist ein Tabu

Ihr findet keine Insel
überall ist es gleich
ihr findet keine Insel
die Wolke findet euch
ihr findet keine Insel
egal wohin ihr blickt
im Bunker gehn die Kerzen aus
im Bunker wird erstickt

Ihr gehört in ein Flugzeug
alle das wär prima
mit einem One-Way-Ticket
Richtung Fukushima
Richtung Hiroshima

Ihr findet keine Insel
keinen heilen Fleck
ihr findet keine Insel
und der Mars ist zu weit weg
ihr findet keine Insel
wenn alles explodiert
gemeinsam wird zu spät bereut
gemeinsam wird krepiert

Dienstag, 15. Februar 2011

"Heavy Devy" zuliebe

Was Musik angeht, bin ich "wertkonservativ". Ich mag schöne Covers und Booklets und nein, ich weiß auch nicht mehr, wohin mit all den LPs und CDs! Trotzdem: Downloaden ist für Feiglinge! ;-)

Ab und zu muss man aber auch mal mit seinen Prinzipien brechen. Ganz aktuell für Devin Townsend und sein "dtp", das Devin Townsend Project! Auf seiner aktuellen Tour entstanden fünf Songs, die man sich jetzt herunterladen kann, und zwar NUR herunterladen kann. Bedingung: Ein Account bei Facebook oder Twitter und die vorläufige Zustimmung, den Newsletter von InsideOut zu beziehen.

Für Fans von "Heavy Devy" ein Muss, für alle anderen ein "Kann" - allerdings solltet Ihr vorher mal reingehört haben. Sicher ist sicher ...

Und hier geht's zum Download: http://www.insideoutmusic.com/specials/DTP/

Freitag, 7. Mai 2010

frames - Klappe, die Erste

Schöne (Klang-)Bilder, überraschende Wendungen und eine spannende Dramaturgie – alles was einen guten Film ausmacht, zeichnet auch die Musik der Artrock-Newcomer frames aus. Mit einem Unterschied: Die Hannoveraner, die gerade ihr erstes Album "Mosaik" am Start haben, kommen ohne Hauptdarsteller, sprich ohne Sänger und Frontman aus. Ein Zustand, der zwar gewollt, aber kein Dogma ist, wie Schlagzeuger Kiryll Kulakowski beteuert: „Wir schließen nicht aus, dass wir irgendwann auch mal was mit einem Sänger machen.“

Dabei war frames ursprünglich gar nicht als Instrumentalprojekt angelegt: "Auch um bessere Auftrittschancen zu haben, wollten wir diesmal einen Sänger. Sechs oder sieben waren im Proberaum, aber der Passende war nicht dabei." Keiner konnte das bieten, was die Band in ihm suchte: die Fähigkeit, die Stimme wie ein Instrument einzusetzen. Dafür stieß in der zeit Keyboarder Manuel Schönfeld - vorher in einer Pink Floyd-Coverband aktiv - dazu, und frames ließen fortan ausschließlich die "Instrumente sprechen", wie Kulakowski es formuliert. Eine EP folgte - und der Sieg bei einem Bandwettbewerb. "Da war klar: Es funktioniert auch ohne."

Für den Drummer ist das aber nicht unbedingt ein Nachteil: „Jeder einzelne hat dadurch ja auch mehr Freiheiten in seinem Spiel. Und unsere Arrangements sind so dicht, da wäre momentan gar kein Raum mehr für Gesang."

Das Ergebnis auf "Mosaik" gibt den Musikern - alle Anfang, Mitte zwanzig, recht. Die Stücke sind kurzweilig, voll spannender Melodien und ganz wichtig: vielschichtig und stimmungsvoll. Die Songideen kommen meist von Gitarrist Jonas Meyer, die band entwickelt diese dann gemeinsam weiter. Am Ende stehen Stücke, die die Plattenfirma als Prog, Postrock und Artrock klassifiziert. "Heikel", findetd as Kulakowski. Allerdings: "Mit dem label Artrock können wir sehr gut leben."

Genauso gut wie mit dem Umstand, dass es für eine Instrumentalband schwierig ist, einen adäquaten Albumtitel zu finden: "Wenn man keine Texte hat, bietet sich ja nichts an", benennt Kulakowski das Dilemma. Auf "Mosaik" kam man deshalb, weil die Lieder alle ineinander spielen, ja einzelne Bausteine sind, die ein Gesamtwerk ergeben: "Da passte das."

Auch die vier Musiker selbst sind Bausteine im frames-Konzept, haben jeder ihren klar umrissenen Zuständigkeitsbereich. Meyer istder Musical Director, Schönfeld ist fürs Marketing zuständig, Kulakowski fürs Artwork, und die Produktionsleitung hat Bassist Julian "Moses" Hoffmann inne. Ganz wie beim Film. Dort will Kiryll Kulakowski übrigens mal hin. Der 24-Jährige plant ein Studium an der Filmhochschule.

(erstmals veröffentlicht in der eclipsed-Ausgabe Mai 2010)

Montag, 9. Februar 2009

"Grammy"? Grausig!

Coldplay, Radiohead, Bruce Springsteen - ja, so könnte die Playlist eines hippen Formatradiosenders aussehen. Ist es aber nicht. Coldplay (u.a. bestes Rockalbum und bester Rocksong), Radiohead (bestes Alternative-Album) und Bruce Springsteen (bester Rocksong) heißen die Gewinner der diesjährigen "Grammy"-Verleihung in der Kategorie Rock. Ganz schön langweilig? Stimmt. Und irgendwie nicht zu verstehen. Denn 2008 wurde jede Menge gute Rockmusik produziert. Allein: Die Jury des angeblich wichtigsten Musikpreises der Welt hat diese wieder einmal ignoriert.

Vor allem Coldplay gelten als großer Gewinner des Abends. Die Band, die im vergangenen Jahr nach AC/DC die meisten Alben verkauft hat. Dass auch die Kings of Leon, Metallica, The Mars Volta, John Mayer und das Duo Robert Plant & Allison Krauss ein paar (weniger bedeutende) Kategorien gewinnen konnten, macht es nicht besser. Der "Grammy" ist zum Mainstreampreis verkommen.

Sonntag, 27. April 2008

Happy Birthday, Uncle Fish!

Unter seinem bürgerlichen Namen Derek William Dick kennen ihn die wenigsten. Ganz sicher aber seine Kumpels in East Lothian in Schottland. Ich bin sicher, er hat sich am Freitag zu seinem 50. Geburtstag von seinen Freunden hochleben lassen und einige Gläser mit ihnen gehoben.

Als 1983 Marillion`s "Script for a Jester`s Tear" erschien (zuvor gab`s schon eine Mini-LP und eine Single), war es vor allem die Kraft der Musik, der Bombast, der nicht nur Genesis-Fans wie mich packte. Es war die Theatralik, der Pathos, es waren die Texte und vor allem die Stimme des Leadsängers, eines gewissen "Fish". Der Mann - damals gerade mal 25 - konnte Trauer, und er konnte Wut wie in "Forgotten Sons", ein Song über die Rolle der britischen Regierung im Nordirlandkonflikt, der einem heute noch einen Schauer über den Rücken jagt.

Und da hatten ihn zumindest die deutschen Fans noch nicht auf der Bühne gesehen. Ein Naturereignis, als es 1984 zur "Fugazi"-Tour so weit war: Ein Zwei-Meter-Hüne, verkleidet und geschminkt - fast wie Peter Gabriel -, der nicht einfach sang, sondern im besten Wortsinn "performte".

Vier Alben machte Fish mit Marillion, ab 1990 folgten bis heute sieben Solo-Alben. "Misplaced Childhood" (mit dem Charterfolg "Kayleigh") blieb der größte Erfolg des Schotten - ein Album, das er 2005 zum 20-Jährigen nochmal auf die Bühne brachte. Sein neuestes Werk "13thStar" soll allen privaten Krisen zum Trotz das Ende einer längeren Schaffenskrise markieren. Fish ist damit auf einem guten Weg!

Aber jetzt lass Dich erst nochmal feiern. Einen Drambuie auf den Perrier-Allergiker! Happy Birthday, Uncle Fish! Cheers and Slàinthe!