Freitag, 16. Dezember 2011

Rohdiamant, der geschliffen sein will


Den Namen finde ich ehrlich gesagt schwierig. Nichtsdestotrotz machen die Jungs aus Bad Tölz gute Musik: die Hunters Of Pure Sound. In die Top 100 der Jahrespolls werden sie's wahrscheinlich nicht schaffen. Für mich sind sie trotzdem eine der Entdeckungen des Jahres.


Mit "Vertex" (engl. für "Scheitelpunkt") legt das Trio (ein neuer Drummer wird gerade gesucht) 2011 sein erstes Album vor, bei dem die Grenzen zwischen melodischem Hardock und New Artrock fließend sind. Die Vorbilder (u.a. Dream Theater, Devin Townsend) lassen auf Progmetal schließen. Doch so heavy wird’s auch wieder nicht. Rockig schon.


Der Opener "My Way" besticht mit einem markanten Hardrockriff und erinnert wohl dadurch an Evergrey. Dazu gibt’s eine starke Hookline, was das Ganze sehr melodisch klingen lässt. Diese Stärke der Band zieht sich durch alle elf Tracks: auf der einen Seite die erdige Rhythmusfraktion, auf der anderen Seite die meist über den Gesang transportierte Melodik. Dass Gitarrist und Sänger Paul Klora ein Tölzer Sängerknabe war, hilft, auch wenn da noch Luft nach oben ist. Das gilt auch für die Produktion. H.O.P.S. sind, wie sie mit dem Titelsong (höre ich da doch Dream Theater raus?) und dem wunderbaren "Tears" nachdrücklich andeuten – ein Rohdiamant, der noch geschliffen werden will/sollte/muss. Dann wird vielleicht auch der Traum von der Profimusikerkarriere wahr – und das wäre dann ein echter Scheitelpunkt im Leben der Oberbayern.

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